Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung
Die Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung setzt sich im Wesentlichen aus zwei Säulen zusammen:
- Beiträge der Versicherten und ihrer Arbeitgeber
- Bundeszuschuss (Steuermittel) und sonstige Einnahmen der Rentenversicherungsträger
Das Verhältnis in der Zusammensetzung dieser Einnahmen liegt in etwa bei 3/4 Beitragszahlungen und 1/4 Bundeszuschüsse (Steuermittel).
Das Motto der Solidarität zwischen Jung und Alt, wie es der Generationenvertrag im geistigen Sinne vorsieht, ist dabei eher eine Zweckgemeinschaft, als eine Solidargemeinschaft.
Soll heißen: Die laufenden Beitragseinnahmen für das Umlageverfahren der gesetzlichen Rentenversicherung werden mit dem weiter steigenden demografischen Missverhältnis immer weniger ausreichen, ein zufriedenstellendes Rentenniveau garantieren zu können.
Konkret heisst das, dass der Arbeitnehmer heute und mehr noch in der Zukunft Beiträge in die Rentenkasse einzahlt, die zum Zeitpunkt seiner zu erwartenden Rente kaum einen reellen Gegenwert erwarten lassen.
Seit 2007 liegt der Beitragssatz der GRV bei 19,9 Prozent des Bruttolohns. Kontinuierlich gestiegen seit der Rentenreform ist auch zukünftig mit Erhöhungen zu rechnen. Mit den Erhöhungen werden aber gleichzeitig die Leistungen reduziert, jede private Versicherung würde mit diesem Modell recht schnell vor dem wirtschaftlichen "Aus" stehen.
Sicher tut die Politik derzeit viel dafür, das Familienwachstum anzuregen. Höhere finanzielle Zuwendungen für Kinder, Elternzeit für Männer, Aufstocken von pädagogischen Personal (Kindergärten, Schulen) sind ein guter Ansatz.
Dennoch wird sich (zumindest nicht kurzfristig) die Entwicklung der Gesellschaft zum spassorientierten Individuum nicht verhindern lassen. Die weiter steigenden Einpersonenhaushalte sprechen eine deutliche Sprache.
In dieser Konsequenz wird es irgendwann keine Nachfolgegeneration mehr geben, die die Finanzierung der Rentner der Zukunft übernehmen kann.
Der Staat wird also mehr draufpacken müssen als er es aktuell schon tut, was wiederum höhere Verschuldung bedeutet.
Fazit: Als die Familie (Familienwachstum) noch funktionierte, war das Modell des Generationenvertrages Gold-richtig. Heute leben wir in einer Individualgesellschaft, deren Bestreben nicht primär die Gründung einer Familie ist, sondern Selbstverwirklichung. Damit ist die Zukunft einer auf Solidarität gegründeten Rentengemeinschaft stark in Gefahr.
Kein Rentenpolitiker wird diese Situation in Ihrer Unzweifelhaftigkeit bestätigen, es wäre so, wie wenn jemand einen Batzen Geld ins Feuer wirft und zusieht wie es verbrennt. Jeder, der sich allerdings umschaut, wird erkennen, dass sich seine Zukunft in der gesetzlichen Rentenversicherung auf sehr dünnem Eis bewegt.
Warum sollten Alternativen wie z.B. die Riester Rente sonst so stark angepriesen und staatlich gefördert werden?